Eine der häufigsten Fragen bei White Label Projekten: Wie kalkuliere ich den Preis für meinen Kunden? Zu niedrig und Sie machen Verlust, zu hoch und Sie verlieren den Auftrag. Dieser Guide zeigt bewährte Strategien.
Die Grundlagen der White Label Kalkulation
Bei White Label Projekten ist der Einkaufspreis (was Sie dem Partner zahlen) bekannt. Ihre Aufgabe: Einen Verkaufspreis festlegen, der für Sie profitabel ist und für den Kunden fair erscheint.
Faktoren für Ihre Kalkulation:
- Einkaufspreis (Stunden × Stundensatz Partner)
- Ihr Aufwand für Projektmanagement und QA
- Kommunikations- und Abstimmungszeit
- Risikopuffer für Unvorhergesehenes
- Gewünschte Marge
- Marktübliche Preise in Ihrer Region
Die 3 gängigen Preismodelle
Modell 1: Fester Aufschlag
Sie schlagen einen festen Prozentsatz auf den Einkaufspreis auf. Typisch sind 30-50%. Bei einem Partner-Preis von 80€/h verkaufen Sie für 104-120€/h. Einfach zu kalkulieren, aber berücksichtigt nicht Ihren eigenen Aufwand.
Modell 2: Vollkostenrechnung
Sie rechnen alle Kosten ein: Partner-Kosten + Ihre Zeit (Stundensatz) + Overhead + Gewinnmarge. Genauer, aber aufwendiger. Für größere Projekte empfehlenswert.
Modell 3: Wertbasierte Preisgestaltung
Der Preis richtet sich nach dem Wert für den Kunden, nicht nach Ihren Kosten. Eine E-Commerce-Website, die 100.000€ Umsatz generiert, rechtfertigt andere Preise als eine einfache Firmenpräsenz.
Die besten Margen erzielen Sie, wenn Sie nicht Stunden verkaufen, sondern Ergebnisse. "Website die convertiert" ist mehr wert als "40 Stunden Entwicklung".
Praktische Kalkulationsbeispiele
Beispiel 1: Kleines Website-Projekt Partner: 40h × 95€ = 3.800€ Ihr Aufwand: 8h × 120€ = 960€ Risikopuffer (10%): 476€ Verkaufspreis: 5.236€ → gerundet 5.490€ Marge: ca. 31%
Beispiel 2: Großes Software-Projekt Partner: 400h × 90€ = 36.000€ Ihr Aufwand: 60h × 120€ = 7.200€ Risikopuffer (15%): 6.480€ Verkaufspreis: 49.680€ → gerundet 49.900€ Marge: ca. 18% (skaliert)
Typische Fehler vermeiden
Vermeiden Sie diese Kalkulationsfehler:
- Eigenen Zeitaufwand unterschätzen
- Keinen Risikopuffer einplanen
- Nur auf Stundenbasis kalkulieren
- Marktpreise ignorieren
- Zu früh Preise nennen (vor Scope-Klärung)
- Rabatte ohne Gegenleistung geben
Fazit: Profitabel und fair
Eine gute Kalkulation ist fair für alle Seiten. Ihr Kunde bekommt Qualität zu Marktpreisen, Sie machen einen angemessenen Gewinn, und Ihr Partner wird fair bezahlt. Langfristig funktionieren nur Win-Win-Beziehungen.