Als Agentur stehen Sie regelmäßig vor der Frage: Wie decke ich Kapazitätsengpässe ab? Die zwei häufigsten Optionen sind Freelancer und White Label Partner. Beide haben ihre Berechtigung – aber für verschiedene Situationen. In diesem Artikel analysieren wir beide Modelle aus der Perspektive einer Agentur, die nachhaltig wachsen möchte.
Der Freelancer: Flexibilität mit Risiken
Freelancer sind ideal für klar definierte Aufgaben mit überschaubarem Umfang. Sie sind oft günstiger pro Stunde und für Spezialaufgaben schnell verfügbar. Allerdings tragen Sie als Agentur das volle Risiko: Was passiert bei Krankheit? Wer übernimmt, wenn der Freelancer mitten im Projekt abspringt?
Vorteile von Freelancern:
- Oft günstigere Stundensätze (50-80€/h)
- Flexibel buchbar für Einzelaufgaben
- Große Auswahl an Spezialisten auf Plattformen
- Keine langfristige Bindung oder Verpflichtung
- Direkter Kontakt zum Ausführenden
Nachteile von Freelancern:
- Keine Vertretung bei Ausfall oder Krankheit
- Qualitätsschwankungen zwischen Projekten
- Begrenzte Kapazität bei größeren Projekten
- Oft keine etablierten Prozesse oder QA
- IP und NDA-Themen rechtlich komplexer
- Zeitaufwand für Suche und Onboarding
Der White Label Partner: Professionelle Erweiterung Ihres Teams
Ein White Label Partner funktioniert wie eine Erweiterung Ihres Teams. Sie bekommen nicht eine Person, sondern ein eingespieltes Team mit etablierten Prozessen, Qualitätssicherung und Vertretungsregelungen. Der Preis pro Stunde mag höher sein – aber Sie kaufen Zuverlässigkeit und Planbarkeit.
Mit einem guten White Label Partner können Sie Projekte annehmen, die Sie sonst ablehnen müssten – ohne Ihr Fixkosten-Risiko zu erhöhen.
Vorteile von White Label Partnern:
- Eingespieltes Team mit Vertretungsregelung
- Etablierte Prozesse und Qualitätssicherung
- Skalierbar für große Projekte
- NDA und rechtliche Absicherung Standard
- Langfristige Partnerschaft möglich
- Keine Onboarding-Zeit nach Einarbeitung
Kostenvergleich: Die wahren Kosten
Auf den ersten Blick wirken Freelancer günstiger. Aber rechnen Sie die versteckten Kosten ein: Zeit für Suche, Briefing, Qualitätskontrolle, Korrekturrunden. Bei einem White Label Partner mit eingespielten Prozessen sparen Sie diese Zeit – und Ihre Zeit hat auch einen Wert.
Rechenbeispiel: Ein Freelancer kostet 70€/h, Sie brauchen aber 10h für Suche/Briefing/QA. Ein White Label Partner kostet 90€/h, aber nur 2h Abstimmung. Bei einem 40h-Projekt: Freelancer = 2.800€ + 10h Ihrer Zeit. White Label = 3.600€ + 2h Ihrer Zeit. Die Differenz schrumpft schnell.
Wann welches Modell wählen?
✅ Freelancer eignen sich für: Einzelne, klar definierte Aufgaben; Spezialwissen für Nischen (z.B. Shopify-Experte); Kurzfristige, kleine Projekte unter 20h; Budget-sensitive Situationen; Einmalige Spezialaufgaben.
✅ White Label Partner eignen sich für: Komplexe, mehrmonatige Projekte; Geschäftskritische Deadlines; Langfristige Kapazitätserweiterung; Wenn Qualität und Zuverlässigkeit entscheidend sind; Projekte, bei denen Ihr Ruf auf dem Spiel steht.
Fazit: Die richtige Balance finden
Die richtige Wahl hängt von Ihrer Situation ab. Viele erfolgreiche Agenturen nutzen beide Modelle: Freelancer für Spezialaufgaben und einen festen White Label Partner für das Tagesgeschäft. So kombinieren Sie Flexibilität mit Zuverlässigkeit – und können wachsen, ohne Ihr Risiko zu erhöhen.